10 Tipps zur Selbstvermarktung als Freelancer

Published on: 30 Apr 01:48

Als Freelancer ist man unabhängig, flexibel, kann selbstbestimmt arbeiten wo und wann man möchte…klingt toll und nach einem einfachen, bequemen Leben? Ja, das sind eben die guten Seiten der Selbstständigkeit. Schlechte gibt es leider auch: Man muss sich selbst um Papierkram, Steuern, Urlaub (unbezahlt!) und Versicherungen kümmern und alles selbst bezahlen, ohne Hilfe vom Arbeitgeber zu erhalten. Außerdem muss aktiv Kundenakquise und Selbstmarketing betrieben werden, damit das Bankkonto regelmäßig gefüttert wird und man auf dem übersättigten Freelancer-Markt heraussticht. Dies bedarf an einer Menge Eigenverantwortung und Disziplin. Freelancer sind also alles andere als faul! Wer sich trotz allem doch für die Selbstständigkeit entscheidet (es lohnt sich!) und sein Business positionieren möchte, darf vor Eigenlob nicht zurückschrecken. Die Bescheidenheit, zu der die meisten erzogen wurden, ist hier nämlich komplett fehl am Platz – ansonsten ist der Untergang vorprogrammiert. Beim Selbstmarketing geht es auch gar nicht um Angeberei, sondern darum, sich mit seinen fachlichen Kompetenzen authentisch und aussagekräftig darzustellen. Nur, wie macht man das am besten? Und womit?

Katrina

1. Social Media Marketing

Heutzutage kann jeder dank YouTube, Instagram, Facebook, LinkedIn, Xing und Twitter ganz einfach und günstig auf sich und seine Dienstleistung oder sein Produkt aufmerksam machen. Soziale Medien dienen dazu, den Kontakt zu Followern und Kunden zu pflegen und das auf einer sehr persönlichen und emotionalen Ebene. Außerdem kann man durch Social Media regelmäßige Status-Updates zu einem Projekt geben, Infos zu neuen Qualifikationen oder Schulungen teilen, interessante Informationen aus Fachartikeln, Videos, etc. veröffentlichen und Gewinn- oder Rabattaktionen veranstalten, sofern das zur Dienstleistung passt. Social Media Kanäle sind kostenlos (außer man schaltet Werbeanzeigen), nahezu jeder nutzt sie und sie sind inzwischen der wichtigste Marketingkanal. Von daher sind Social Media Profile ein Muss für jeden Freelancer!

2. LinkedIn

LinkedIn ist zwar auch ein Social Media Kanal, aber ein sehr besonderer durch spezielle Features. Neben dem Standardprofil bietet LinkedIn eine Reihe von Optionen, das eigene Profil individuell mit Informationen anzupassen und zu personalisieren. Außerdem kann man sein Profil öffentlich sichtbar machen, sodass es sogar über Google gefunden werden kann. Ein weiterer Faktor, der LinkedIn außergewöhnlich wichtig macht, ist, dass man all seine Kompetenzen von Dritten bestätigen lassen kann, was die Glaubwürdigkeit enorm erhöht. Zudem besteht die Möglichkeit, Projekt- und Kundenreferenzen in LinkedIn einzufügen.

3. Eigener Blog und/oder eigene Website

Während Social Media eher für Neuigkeiten und Interaktionen geeignet sind, dient eine eigene Onlinepräsenz dazu, seine Dienstleistung sowie Kontaktdaten, Referenzen, Informationen und Wissen zu vermitteln. Möchte man eine Website nur der Förmlichkeit halber erstellen, reicht ein kostenloser Baukasten völlig aus. Will man stattdessen über diese Präsenz Kunden akquirieren, Marketing machen und in den Suchergebnissen gefunden werden, sollte man nicht die günstigste Variante wählen. Google stuft nämlich Websites, die kostenlos erstellt wurden, als weniger relevant ein und positioniert sie daher eher auf den hinteren Rängen. Gut recherchierte und interessante Fachartikel auf der Website können dagegen das Ranking wieder erhöhen: Sie bieten einen Mehrwert für potentielle Kunden, können im Bestfall sogar verlinkt oder weitergeleitet werden, wodurch die Website als relevant eingestuft wird und auf den Suchergebnissen weiter hochrutscht.

4.Content-Marketing

Um qualitativ hochwertige Texte in seinem Blog zu haben, muss viel Recherche betrieben werden und dem Leser ein Mehrwert geboten werden – das nennt sich dann auch Content Marketing. Copy+Paste ist zwar einfach und man hat ratzfatz ein paar Blogartikel zusammen, langfristig gesehen schlägt das aber ins Gegenteil aus. Besser ist es, auf Qualität zu achten und für die eigene Zielgruppe wirklich relevante Beiträge zu verfassen, damit diese auch länger auf der Website verweilt und bestenfalls weiterempfiehlt. Mund-zu-Mund-Propaganda ist das beste Marketing!

5. SEO

Hochwertige und interessante Texte können noch so spannend sein – wenn sie nicht die passenden Schlüsselwörter enthalten, wird dennoch niemand die Website auffinden. Bei Schlüsselwörtern oder auch Keywords handelt es sich um Wörter oder Wortketten auf einer Website, mithilfe derer die Suchmaschinen den Inhalt der Website einordnen und indexieren können. Doch woher weiß die Suchmaschine, welche Wörter des Textinhaltes Keywords darstellen? Dies hängt einerseits von der Häufigkeit eines Wortes auf der Website ab; andererseits davon, ob Google das Wort einer bestimmten Wortgruppe zuordnen kann und ob es generell Suchanfragen nach diesen Wörtern gibt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ein Keyword demonstrativ sehr häufig wiederholt werden sollte, um von der Suchmaschine als relevant eingestuft zu werden. Dies kann unter Umständen genau das Gegenteil bewirken, weil Suchmaschinen dies als Überoptimierung und Manipulation betrachten. Stattdessen ist es ratsamer, wichtige Schlüsselbegriffe ganz natürlich in den Webseitentext einzubauen, ohne gezielt darauf zu achten, dass genügend Keywords darin vorkommen. Merkt euch: Suchmaschinenoptimierung ist enorm wichtig, um aufgefunden zu werden, denn viele Studien haben gezeigt, dass lediglich die ersten zehn Suchmaschinenergebnisse (also gerade mal die erste Seite!) angeklickt werden.

6. Nische finden

Um sich als Experte präsentieren zu können, muss man sich auf ein Themengebiet spezialisieren. Wenn man dann auch noch anders sein möchte als alle anderen in diesem Bereich, ist es ratsam, eine Nische zu finden, in der noch kaum jemand vertreten ist, es aber dennoch eine beträchtliche Anzahl an potentiellen Kunden gibt. Hat man das gefunden, kann man sich auch viel leichter auf Google positionieren. Mit den richtigen Keywords wird man in einer Nische viel leichter aufgefunden, da man eine sehr spezifische Dienstleistung anbietet.

7. Kostenlose Arbeitsproben

Am Anfang der Selbstständigkeit ist es von Bedeutung, sich einen Kundenstamm aufzubauen. Und wie lockt man am besten Kunden an? Richtig, mit kostenlosen Angeboten. Hier einen 2-tägigen Probekurs, da eine gratis Arbeitsprobe, dort eine kostenlose Unterrichteinheit – man erlangt Bekanntheit, kann seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und erhält im besten Fall noch positive Referenzen. Man sollte es dennoch nicht übertreiben mit der Großzügigkeit, da man sonst Gefahr läuft, sich ausnutzen zu lassen.

8. Eigenen Wert kennen

Seinen eigenen Wert bestimmen zu können, gehört zu einer der wichtigsten und schwierigsten Aufgabe eines Freelancers. Anfangs nimmt man häufig alle möglichen Aufträge an, um nicht mit leeren Händen dazustehen. Allerdings nimmt das viel Zeit in Anspruch, die man vielmehr mit der Suche nach besser bezahlten und passenden Aufträgen verbringen könnte. Vor allem auf Online-Jobbörsen sieht man häufig, dass Freelancer ihren Service zu Dumpingpreisen anbieten. Man sollte sich davon nicht abschrecken lassen und auf gar keinen Fall den Preisen anpassen, denn gute Auftraggeber zahlen lieber einen höheren Preis für eine gute Qualität.

9. E-Mail-Marketing

Wer schon einen Kundenstamm hat und mehrere E-Mail-Adressen gesammelt hat, kann den Newsletter als kostengünstiges und einfaches Werbemittel einsetzen. In diesen Mailings können Leistungen kommuniziert, Blogartikel geteilt, spezielle Angebote präsentiert und Neuigkeiten (wie in Social Media) verkündet werden.

10. Offline-Marketing

Obwohl Online-Marketing heutzutage das klassische Marketing überholt hat, gibt es immer noch sehr effektive Methoden, um seine Bekanntheit auch offline zu erhöhen. Besonders, wer älteres Klientel hat, sollte nicht auf gedruckte Anzeigen verzichten, doch auch die jüngere Kundschaft kann bspw. mit hochwertigen, kreativen Visitenkarten beeindruckt werden. Visitenkarten können außerdem vielseitig eingesetzt werden: zur Akquise, bei Kundenbesuchen, bei Messeveranstaltungen, etc.

Für den beruflichen Erfolg ist es auf der einen Seite wichtig, die nötige Expertise zu haben und auf der anderen Seite, sich selbst präsentieren zu können. Es kommt aber noch etwas Entscheidendes hinzu. Nach einer Studie des IBMs sind lediglich 10% des Erfolgs auf Können und Wissen zurückzuführen. 30% hingegen hängen von einer guten Selbstvermarktung ab und ganze 60% des Erfolgs sind guten Kontakten zu verdanken. Von daher ist es unwahrscheinlich wichtig, sich ein Netzwerk aufzubauen, seine Kontakte auch zu vergangenen Auftraggebern zu pflegen und regelmäßig präsent zu sein – besonders in sozialen Medien.


Quellen:

https://www.freelancermap.de/freelancer-ratgeber/9972-selbstvermarktung-als-freelancer

https://www.projektwerk.com/magazin/allgemein/freelancer-wissen-selbstmarketing-und-kundenakquise

https://www.freelance.de/blog/selbstvermarktung-fuer-freiberufler-3-tipps-fuer-mehr-erfolg/

https://www.freelance.de/blog/selbstvermarktung-wie-koennen-freelancer-werbemittel-gezielt-fuer-sich-selbst-einsetzen/

https://keinstartup.de/selbstmarketing-personal-branding/

https://www.4freelance.de/blog/freelancer-selbstvermarktung-werkzeuguebersicht/

https://zistemo.de/blog/7-tipps-fuer-erfolgreiches-selbstmarketing/

https://www.selbstaendig-im-netz.de/kundengewinnung/neukundengewinnung-fuer-online-freelancer-jobboersen-inbound-marketing-und-stundenlohn/